Zimmerei Karl Bartens feiert ein besonderes Firmenjubiläum

Zimmerei Karl Bartens feiert ein besonderes Firmenjubiläum

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Die Zimmerei Karl Bartens wurde am 20. Juli 1922 von Karl Bartens in Gronau (Leine) gegründet und wird nun in der vierten Generation von Karl Bartens geführt. Ein Schwerpunkt des Zimmereibetriebes ist heute vor allem die Sanierung und Restaurierung von Holzbauwerken.

100 Jahren und vier Generationen 

Auf eine traditionsreiche Firmengeschichte kann die Zimmerei Karl Bartens aus Gronau (Leine) zurückblicken. Denn es ist mittlerweile ein ganzes Jahrhundert vergangen seit der Zimmerpolier und spätere Zimmermeister Karl Bartens am 20. Juli 1922 am Lehder Berg in Gronau ein „Zimmereigeschäft“ gründete, das er gemeinsam mit zwei seiner vier Söhne betrieb. So feiert in diesem Jahr die inzwischen bereits in 4. Generation geführte, gleichnamige Zimmerei im Juli 2022 nunmehr ihr 100-jähriges Bestehen – ein ganz besonderes Firmenjubiläum, bei dem auch der Name Tradition ist.

 

Ein Teil des aktuellen Teams um Firmenchef Karl Bartens (ganz rechts): Meister Mark Kleingeld, Achim Tobias, Justin Mähr, Lukas Kammerer (von links) fühlen sich dem Zimmererhandwerk verpflichtet und stehen für klassische und moderne Zimmerertätigkeiten.

Gründer Karl Bartens (geboren im Jahr 1870) konnte für den Standort der Zimmerei kurz vor dem 2. Weltkrieg drei Grundstücke im Kampweg in Gronau (zwischen Hildesheim und Alfeld) erwerben und verlegte den Betrieb dorthin, wo dieser bis heute seinen Firmensitz hat. Nach dem Tod des Firmengründers im Mai 1945 übernahm sein Sohn Karl Bartens (geboren im Jahr 1900) die Zimmerei mit Sägewerk. Viele Dokumente aus der Anfangszeit des Betriebes liegen leider nicht vor und da er der Einzige der älteren Generation ist, der einen verwendbaren Lebenslauf verfasst hat, konnten anhand diesem zumindest einige brauchbare Anhaltspunkte für die Aufarbeitung der Betriebshistorie geliefert werden.

 

Im Jahr 1993 übernehmen die Brüder Karl (rechts) und Norbert Bartens die Geschäftsleitung der Firma, aus der Norbert fünfeinhalb Jahre später aussteigt.

So begann der Sohn des Firmengründers nach dem Besuch der Volksschule im Alter von 14 Jahren eine Lehre und wurde ebenfalls Zimmermann. Doch bevor Karl Bartens im Jahr 1919 seine Gesellenprüfung ablegen konnte, musste er vorerst seine Lehre unterbrechen, um als junger Mann mit 19 Jahren seine Pflicht im 1. Weltkrieg zu erfüllen. Nach dem Kriegsdienst zog es ihn in die Fremde und in diverse Städte, um in verschiedenen Betrieben auch andere Handwerksbräuche kennenzulernen und um dann schließlich 1926 seinen Meisterkurs in Hildesheim zu absolvieren. 1939 musste er erneut in den Krieg ziehen und kehrte im darauffolgenden Jahr jedoch aufgrund einer Kriegsverletzung früher aus dem 2. Weltkrieg zurück. Als sein Vater und Unternehmensgründer fünf Jahre später (1945) starb, übernahm er den Betrieb und führte ihn bis zu seinem eigenen Tod im Jahr 1963. Auch danach blieb die Zimmerei in der Familie, denn sein 1927 geborener Sohn Karl Bartens, seit 1948 Bauingenieur und seit 1953 Zimmermeister, übernahm das Ruder und die Geschäftsleitung in nun zwischenzeitlich 3. Generation.

 

Jubiläum auf dem Firmengelände im Kampweg in Gronau: Im Juli 2022 feierte die Zimmerei Karl Bartens sein 100-jähriges Bestehen.

Zum 1. Januar 1993 übergab er den Führungsstab des Familienbetriebes wiederum an seine beiden Söhne Karl Bartens (geboren 1956) und Norbert Bartens (geboren 1959), die daraus die Karl Bartens GmbH Zimmerei – Innenausbau – Restaurierungen gründeten. Mit Jahresbeginn 1998 verließ Zimmermeister Norbert Bartens jedoch die Firma, um als Fachpraxis-Lehrer an der BBS Alfeld zu unterrichten. 2015 wurde zudem ein Wechsel der Geschäftsform vollzogen und seidem handelt es sich bei dem Unternehmen nun nicht mehr um eine GmbH, sondern um eine Einzelfirma. Der im Betrieb verbliebene Karl Bartens – Zimmermeister und geprüfter Restaurator im Zimmerhandwerk – führt das Unternehmen noch heute mit derzeit sieben Mitarbeitern.

Der Name Karl Bartens zieht sich also ebenso durch das Jahrhundert wie das Unternehmen – und erscheint zugleich eine Verpflichtung wie Berufung und Tradition zu sein. Denn dass er den Familienbetrieb einmal übernehmen würde, sei schon mit seinem Namen festgelegt worden, erzählt der inzwischen vierte Karl Bartens in der Familie: „Da stand nie etwas anderes zur Diskussion. Ich bin seit 1972 dabei, da habe ich hier meine Lehre angefangen.“ Obwohl er damals seine Ausbildung im familieneigenen Betrieb in Gronau absolviert hat, würde er diese Konstellation heute nicht weiterempfehlen. Auf der einen Seite wäre es besser, woanders zu lernen, da es in der Firma doch oft Bedenken und Hemmungen der anderen Mitarbeiter im Umgang mit dem Sohn des Chefs geben würde. Und andererseits könne es für die eigene Entwicklung nie schaden, seine Erfahrungen und Kenntnisse in anderen Unternehmen zu sammeln sowie Input von außerhalb einzuholen, so die Meinung des erfahrenen Zimmermeisters, der 1982 an der Bundesfachschule in Kassel seinen Meisterbrief erworben hat.

 

Die Originalbescheinigung zur Gründung des „Zimmereigeschäfts“ aus dem Jahr 1922. Viele Dokumente aus der Anfangszeit des Betriebes liegen jedoch leider nicht mehr vor.

Aus der anfänglichen Zimmerei mit Sägewerk ist in den 100 Jahren mittlerweile ein Betrieb entstanden, der sämtliche Zimmerarbeiten ausführt. Spezialisiert haben sich Karl Bartens und sein Team dabei vor allem auf den Bereich der Restaurierung und Sanierung von Holzbauwerken. „In den 80er hat es sich langsam in die Richtung Restaurierung bewegt“, berichtet Bartens, der im Jahr 1988 erfolgreich seine Prüfung zum Restaurator im Zimmerhandwerk abgelegt hat. Heute führt die Zimmerei aus Gronau (Leine) schwerpunktmäßig überwiegend Aufträge auf dem Gebiet der Restaurierung von Fachwerk, Kirchen und anderen Holzbauwerken sachkundig und zuverlässig aus. „Allein der Titel reicht aber nicht. Man muss sich einen Namen machen“, betont der erfahrene Spezialist für Fachwerk-Restaurierungen und verweist auf das vergangene Jahrhundert, in dem sich der Zimmerei-, Innenausbau- und Restaurierungsbetrieb mit vorbildlicher und qualitativ sorgfältiger Handwerksarbeit einen guten Namen auf dem Markt und in der Region erarbeitet hat.

Mit ihm in vierter Generation werde die Karl´s das Unternehmen jedoch verlassen – denn eine fünfte Generation Karl Bartens gibt es nicht. Seine beiden Töchter sind in anderen Berufen erfolgreich und werden nicht in die Fußstapfen des Vaters treten. Das sei für ihn aber nicht weiter schlimm, zeigt der 66-Jährige Verständnis für die Entscheidung seiner Töchter: „Es bringt doch nichts, wenn jemand etwas macht, nur weil es eine Tradition ist.“ Die Firma Karl Bartens wird es trotzdem weiterhin geben – wenn eventuell auch in anderer Form und Zusammensetzung. Doch soweit ist es noch nicht und so wird der vierte Karl Bartens als aktueller Firmeninhaber die Zügel der Geschäftsführung noch einige Zeit fest in seinen Händen halten. Schließlich fühlt sich Karl Bartens dem Zimmererhandwerk, der Familientradition und der Firma seit nunmehr vier Generationen verpflichtet – gute Gründe, das 100-jährige Bestehen der Zimmerei entsprechend zu würdigen und zu feiern. (ts)

Fotos: oh/Karl Bartens

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